Ist deiner Katze kalt? Was sie im Winter braucht (und warum sie die Heizung sucht)

21. Oktober 20263 Min. Lesezeit
Ist deiner Katze kalt? Was sie im Winter braucht (und warum sie die Heizung sucht)

Informativer Ratgeber auf Basis anerkannter tierärztlicher Quellen. Bei Symptomen wende dich immer an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt.

Sobald es kalt wird, ist deine Katze wie vom Erdboden verschluckt: Du findest sie dicht an der Heizung, zusammengerollt auf der Sofadecke, unter der Bettdecke oder im einzigen Sonnenstrahl im Wohnzimmer. Das ist keine Faulheit. Katzen brauchen mehr Wärme als wir, um sich wohlzufühlen, und im Winter merken sie das besonders.

Ein Tier, das „bei 30 Grad“ lebt

Alle warmblütigen Tiere haben eine thermische Wohlfühlzone (thermoneutrale Zone): den Temperaturbereich, in dem sie keine zusätzliche Energie aufwenden müssen, um sich zu wärmen oder abzukühlen. Laut Daten des US-amerikanischen National Research Council, die in der Fachzeitschrift Veterinary Ireland Journal zusammengefasst wurden, liegt diese Zone bei Katzen zwischen 30 und 38 °C. Zum Vergleich: Beim Menschen liegt sie bei etwa 18–25 °C, beim Hund bei 20–30 °C.

Das heißt: Bei der üblichen Raumtemperatur im Winter liegt deine Katze wahrscheinlich unterhalb ihrer idealen Zone. Deshalb sucht sie Wärmequellen: die Sonne, die Heizung, deinen Schoß oder deinen Laptop.

Warum sie im Winter mehr schläft

Katzen sind ohnehin große Langschläfer. Die Sleep Foundation (USA) berichtet, dass mehr als die Hälfte der Katzen zwischen 12 und 18 Stunden am Tag schläft, und Kitten und ältere Katzen schlafen sogar noch mehr. Außerdem ist ihr Schlaf polyphasisch: Er verteilt sich auf viele Nickerchen über Tag und Nacht.

Im Winter, mit weniger Tageslicht und mehr Kälte, ist es normal, dass sie länger zusammengerollt daliegen. Diese Kugelhaltung, bei der der Schwanz die Nase bedeckt, verkleinert die Körperoberfläche und hilft, die Wärme zu halten.

Aber Achtung: Wenn du merkst, dass deine Katze viel mehr schläft als sonst, teilnahmslos ist, weniger frisst oder sich versteckt, schieb es nicht nur auf die Kälte. Sprich mit deinem Tierarzt.

Katzen, denen die Kälte besonders zu schaffen macht

  • Ältere Katzen, vor allem mit Arthrose: Kälte kann Steifheit und Beschwerden verstärken.
  • Kitten, die ihre Körpertemperatur schlechter regulieren können.
  • Kurzhaarige oder haarlose Katzen.
  • Schlanke oder kranke Katzen, die weniger Reserven haben, um Wärme zu erzeugen.

So hilfst du deiner Katze durch den Winter

  • Biete ihr warme, geschützte Betten an. Katzenhöhlen, Plüschbetten oder Betten mit hohen Wänden halten die Körperwärme sehr gut. Stell sie zugluftfrei und etwas erhöht über dem kalten Boden auf.
  • Nutze die Sonne. Eine Fensterliege oder eine Decke an einem sonnigen Fenster sind an Wintertagen purer Luxus für sie.
  • Vorsicht bei direkten Wärmequellen. Katzen können Öfen, Kaminen oder Heizstrahlern zu nahe kommen und sich Fell oder Haut verbrennen. Verwende Schutzgitter und lass sie nicht allein in der Nähe von offenem Feuer oder eingeschalteten Öfen.
  • Halte Wasser bereit. Die Heizung trocknet die Luft aus, und manche Katzen trinken im Winter noch weniger. Wechsle das Wasser täglich und biete mehrere Wasserstellen an.
  • Spielt weiter. Ein paar Minuten aktives Spielen am Tag helfen ihr, fit zu bleiben und in den Monaten, in denen sie sich weniger bewegt, nicht zuzunehmen.
  • Bürste sie regelmäßig. Ein sauberes, verfilzungsfreies Fell isoliert besser gegen Kälte.

Wenn deine Katze Freigang hat

  • Kontrolliere das Auto, bevor du losfährst. Im Winter verkriechen sich manche Katzen unter Autos oder neben dem Motor, der stundenlang warm bleibt. Klopf vor dem Starten ein paarmal auf die Motorhaube.
  • Sorg dafür, dass sie nach Hause kann oder einen trockenen, geschützten Unterschlupf hat.
  • Vorsicht mit Frostschutzmittel. Es ist für Katzen hochgiftig und hat einen Geschmack, der sie anlocken kann. Wisch Verschüttetes sofort auf und bewahre es gut verschlossen auf.
  • Trockne sie ab, wenn sie nass zurückkommt, vor allem die Pfoten, und kontrolliere ihre Ballen.

Weihnachten und wohlige Wärme

In dieser Zeit, zwischen Besuch, Lärm und Deko, freut sich deine Katze umso mehr über ein warmes, ruhiges Plätzchen ganz für sich, abseits vom Trubel. Ein geschlossenes Bett in einem stillen Zimmer kann ihr schönstes Geschenk sein.

Kurz gesagt: Deine Katze übertreibt nicht – sie braucht wirklich mehr Wärme als du. Warme Betten, Sonne, frisches Wasser und tägliches Spielen sind das Rezept für einen glücklichen Winter.

In den Ratgebern von Katlune findest du weitere Tipps zur Saison, und im Club Katlune schicken wir dir jede Woche Ideen, wie du deine Katze zu jeder Jahreszeit gut versorgst.

Quellen: Veterinary Ireland Journal, „The heat is on: the feline thermoneutral zone“ (mit Daten des US-amerikanischen National Research Council); Sleep Foundation, „How much do cats sleep?“.

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